Denkmalstiftung Baden-Württemberg

 

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg wurde am 27. Juni 1985 im Kloster Maulbronn erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Überlegungen, die zur Errichtung der Denkmalstiftung geführt haben, waren vielfältig. Das Ziel war allerdings klar umrissen. Die Stiftung soll die Erhaltung von Kulturdenkmalen fördern. Dieser Zweck soll vorrangig durch die Förderung privater Initiativen auf dem Gebiet der Denkmalpflege verwirklicht werden. Die Stiftung wird insbesondere dort tätig, wo die staatliche Denkmalpflege nicht oder nur in beschränktem Umfang wirken kann. Allerdings war der Weg, dieses Ziel zu erreichen, seinerzeit neu und unkonventionell.

Der damalige Ministerpräsident des Landes, Lothar Späth, heute übrigens Vorsitzender des Kuratoriums der Denkmalstiftung und S.H.K. Carl Herzog von Württemberg, von 1985 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und im Anschluss daran bis 2008 Kuratoriumsvorsitzender, verfolgten die Idee einer neuen Art von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Stiftung. Nicht in erster Linie die für eine Förderstiftung unerlässlichen Geldmittel, sondern die Initiativen für die Erfüllung des Stiftungszwecks, die Erhaltung von Denkmalen, sollten vorrangig von privater Seite kommen.

Das Land Baden-Württemberg hat seinen 1985 zugesagten Beitrag zum Stiftungskapital in Höhe von 50 Mio. DM, also rund 26 Mio. EUR, geleistet. Damit ist und bleibt die Denkmalstiftung bis auf weiteres voll handlungsfähig.
In noch erstaunlicherem Maße hat freilich das bürgerschaftliche Engagement zum Erfolg der Stiftung beigetragen. Seit dem Jahre 1985 haben sich eine Vielzahl von Fördervereinen und Bürgerinitiativen um die Erhaltung und Instandsetzung der einzelnen geförderten Kulturdenkmale verdient gemacht. Hierdurch wird der besondere Charakter der Denkmalstiftung geprägt. In ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ kommt dies in überzeugender Weise zum Ausdruck.

Aber nicht nur Projektträgerschaft und -unterstützung sind deutliche Zeichen des Bürgerengagements. Vielmehr waren und sind in zunehmendem Maße die Bürger Baden-Württembergs bereit durch Zustiftungen zum Stiftungskapital und durch Spenden die Denkmalstiftung zu unterstützen. Hierzu hat vor allem auch die seit dem Jahre 1999 erscheinende Beilage „Denkmalstiftung Baden-Württemberg“ in kulturellen Zeitschriften des Landes entscheidend beigetragen.
Daneben erhält die Denkmalstiftung von Beginn an Spenden aus der baden-württembergischen Wirtschaft.

Als Erfolgsbilanz ist zusammenfassend festzuhalten: Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat seit ihrer Gründung die Erhaltung von insgesamt über 1200 Bau- und archäologischen Denkmalen mit rund 50 Mio. EUR gefördert. Davon befinden sich rund 44% in Privatbesitz, 26% im Besitz oder in Betreuung von Bürgerinitiativen und Fördervereinen, 19% im Eigentum von Kommunen und 11% im Eigentum von Kirchen.