|
Die Denkmalstiftung
Baden-Württemberg wurde am 27. Juni 1985 im Kloster Maulbronn erstmals der
Öffentlichkeit vorgestellt. Nun, 25 Jahre danach, wird die Stiftung am 25. Juni
2010 in Stuttgart in einer Festveranstaltung im Haus der Wirtschaft ihr
Vierteljahrhundert-Jubiläum feiern.
Die Überlegungen, die zur Errichtung der Denkmalstiftung geführt haben, waren
vielfältig. Das Ziel war allerdings klar umrissen. Die Stiftung soll die
Erhaltung von Kulturdenkmalen fördern. Dieser Zweck soll vorrangig durch die
Förderung privater Initiativen auf dem Gebiet der Denkmalpflege verwirklicht
werden. Die Stiftung wird insbesondere dort tätig, wo die staatliche
Denkmalpflege nicht oder nur in beschränktem Umfang wirken kann. Allerdings war
der Weg, dieses Ziel zu erreichen, seinerzeit neu und unkonventionell.
Der damalige Ministerpräsident des Landes, Lothar Späth, heute übrigens
Vorsitzender des Kuratoriums der Denkmalstiftung und S.H.K. Carl Herzog von
Württemberg, von 1985 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und
im Anschluss daran bis 2008 Kuratoriumsvorsitzender, verfolgten die Idee einer
neuen Art von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Stiftung. Nicht in erster
Linie die für eine Förderstiftung unerlässlichen Geldmittel, sondern die
Initiativen für die Erfüllung des Stiftungszwecks, die Erhaltung von Denkmalen,
sollten vorrangig von privater Seite kommen.
Das Land Baden-Württemberg hat seinen 1985 zugesagten Beitrag zum
Stiftungskapital in Höhe von 50 Mio. DM, also rund 26 Mio. EUR, geleistet. Damit
ist und bleibt die Denkmalstiftung bis auf weiteres voll handlungsfähig.
In noch erstaunlicherem Maße hat freilich das bürgerschaftliche Engagement zum
Erfolg der Stiftung beigetragen. Seit dem Jahre 1985 haben sich eine Vielzahl
von Fördervereinen und Bürgerinitiativen um die Erhaltung und Instandsetzung der
einzelnen geförderten Kulturdenkmale verdient gemacht. Hierdurch wird der
besondere Charakter der Denkmalstiftung geprägt. In ihrem Motto „Bürger retten
Denkmale“ kommt dies in überzeugender Weise zum Ausdruck.
Aber nicht nur Projektträgerschaft und -unterstützung sind deutliche Zeichen des
Bürgerengagements. Vielmehr waren und sind in zunehmendem Maße die Bürger
Baden-Württembergs bereit durch Zustiftungen zum Stiftungskapital und durch
Spenden die Denkmalstiftung zu unterstützen. Hierzu hat vor allem auch die seit
dem Jahre 1999 erscheinende Beilage „Denkmalstiftung Baden-Württemberg“ in
kulturellen Zeitschriften des Landes entscheidend beigetragen.
Daneben erhält die Denkmalstiftung von Beginn an Spenden aus der
baden-württembergischen Wirtschaft. In besonderem Maße hat sich dabei für die
Denkmalpflege im Lande die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg
engagiert.
Als Erfolgsbilanz ist zusammenfassend festzuhalten: Die Denkmalstiftung
Baden-Württemberg hat bis zum Jahr 2010 die Erhaltung von insgesamt über 1100
Bau- und archäologischen Denkmalen mit rund 48 Mio. EUR gefördert. Davon
befinden sich rund 44% der Objekte in Privatbesitz, 26% der Objekte im Besitz
oder in Betreuung von Bürgerinitiativen und Fördervereinen, 19% der Objekte im
Eigentum von Kommunen und 11% der Objekte im Eigentum von Kirchen.
Entgegen dem allgemeinen Wehklagen von Stiftungen über die negativen Folgen der
Finanzkrise zeigt sich die Denkmalstiftung hiervon unbeeindruckt. Das
grundsolide angelegte Stiftungskapital ist nicht beeinträchtigt worden. Die
stetigen Erträge gingen - und gehen auch im Jubiläumsjahr 2010 – uneingeschränkt
ein. Insgesamt also Anlass genug, diese Erfolgsgeschichte auch in der Zukunft
fortzuschreiben.
|
|